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Aktuelle Serie Planet Jazz

Ryan Carniaux Quartet Featuring Wolfgang Lackerschmid

Ryan Carniaux mit seinem Quartett Live am Freitag den 23. September 2011 bei „Planet Jazz in Concert" im Foyer der evangelischen Gemeinde. Foto: Emanuel DähnFrisch und inspirierend klingt die neue Entdeckung bei Planet Jazz in Concert: Der junge Trompeter und Flügelhornist Ryan Carniaux.

Seit 2006 ist er von New York nach Köln der Liebe wegen umgesiedelt. Mit Wolfgang Lakerschmid war er im Studio und hat endlich das langersehntes Debütalbum "Reflections of the Persevering Spirit" mit seiner Band eingespielt.

Nun ist Ryan Carniaux mit seinem Quartett Live am Freitag den 23. September 2011 bei „Planet Jazz in Concert" im Foyer der evangelischen Gemeinde.

"Kreative Seelen muss man einfangen." - so in der Art könnten die Gedanken von Wolfgang Lackerschmid gewesen sein, als er dem amerikanischen Trompeter Ryan Carniaux vorschlug, dessen Debütalbum "Reflections of the Persevering Spirit" in Lackerschmids eigenem "Traumton"-Studio aufzunehmen.

Ein wenig sanfte Gewalt mag erforderlich gewesen sein: Carniaux ist offenbar keiner derjenigen Musiker, die es für nötig empfinden, sofort nach dem Studium mit der ersten eigenen Platte auf den Markt zu kommen. Im Gegenteil, vordringlich war für ihn das Konzertieren auf internationalen Bühnen. Und seit seiner Zeit am Berklee College ist Carniaux weit gereist, viel unterwegs gewesen.

Mit Wolfgang Lakerschmid war Ryan Carniaux im Studio und hat endlich das langersehntes Debütalbum "Reflections of the Persevering Spirit" mit seiner Band eingespielt.Der Trompeter ist ein Arbeitstier, ein Vollblutmusiker, der den Weg zu sich selbst über die Bühne gesucht und gefunden hat, sich durch das Livespiel in den USA und in Europa seine Sporen verdiente. Der sich so selbst zu dem machte, was er heute ist: ein Trompeter mit eigenem Ausdruck, einem Ton, der in seiner komplexen Sanftheit an Chet Baker erinnert und doch immer typisch Carniaux ist.

Sein größtes Vorbild sei immer Miles Davis gewesen, erzählt Carniaux. Natürlich kam das erst, nachdem er zur Trompete gekommen war, und zur Trompete kam er quasi durch Zufall: "Ich habe mit zwölf Jahren angefangen Trompete zu spielen. Mein zwei Jahre älterer Bruder spielte da bereits Saxophon - Trompete war lauter, also wollte ich Trompete spielen!"

Vieles lernte er durch seinen ersten Lehrer, John Allmark, aber auch durch ausgiebiges Hören von Jazzplatten, einer Leidenschaft, der er auch heutzutage noch fröhnt. So gewissermaßen bereits mit vielen Wassern vorgewaschen, schrieb er sich am "Berklee College of Music" ein, der US-Kaderschmiede des Jazz. Dort wurde der Trompetenklang von Tiger Okoshi zu Carniaux Offenbarung. Okoshi nahm ihn als Lehrer unter seine Fittiche und brachte ihm bei, wie man mit der Trompete "singt".

Im Anschluss, auf den Bühnen dieser Welt, erwarb Ryan Carniaux nicht nur außerordentliche Qualitäten als Solist, es bot sich ihm auch die Möglichkeit, sich als Bandleader seines eigenen Ryan Carniaux Quartetts zu beweisen. Nicht zu Letzt fand er in seinen europäischen Mitmusikern auch Freunde; musikalische Freunde auf der Bühne und Freunde im Leben. Die Musiker seiner Band, schwärmt er, seien "großartige Leute, die mich auf der Bühne und auch außerhalb des Bühnengeschehens stets unterstützen."

Ein Amerikaner findet seine Bestimmung in Europa. Ein musikalisches Märchen? Ja, ein wenig mag dem so sein. Denn zu diesem Märchen gehört auch, dass Ryan Carniaux die Metropole seiner Geburt, New York, verließ und nach Europa zog, tatsächlich der Liebe wegen. Wer alles aufgibt, um von New York, der Jazzmetropole, nach Köln zu gehen, zeigt, dass er bereit ist, ein Wagnis einzugehen, aber auch, dass es ihm ernst ist. Und wer wagt, gewinnt.

Carniaux gelang es, Fuß zu fassen, aus einer Auswahl der Creme de la Creme des jungen europäischen Jazz eine feste Band zu schmieden: aus Sam Dühsler (Drums, Schweiz), Mike Roelofs (Piano, Niederlande), Tomas Baros (Bass, Tschechien) - und nicht zuletzt der Vibraphonlegende Wolfgang Lackerschmid (Deutschland), der als häufiger Gast mitwirkt und bei den CD-Aufnahmen auch produzierte.

So wird "Reflections of the Persevering Spirit" zu dem, was es ist: ein Gruppenerlebnis, eine fühlbare, miterlebbare musikalische Interaktion, nahezu ein Rausch der Melodien: wer so viel gereist ist, hat auch viel zu erzählen. Erlebte Landschaften werden unter den Händen der Band zu Klanglandschaften, an musikalisch portraitierten Stränden wird melodisch von Stein zu Stein gehüpft, auch mal Anlauf genommen und eine Düne hinaufgerannt. Die Landschaften sind üppig, strahlen eine pastorale Ruhe aus, wie im Titelstück "Reflections" oder werden, wie im mystisch angehauchten "Uduo", aufs Äußerste reduziert (nämlich ein Duo aus Percussion und Trompete), bersten dabei aber gleichsam vor innerer Spannung, oder zeigen sich, wie "Forgotten", in einer, sich langsam kristallisierenden, unwiderstehlichen Schönheit, in der Carniaux seinem Idol Miles Davis verblüffend nahe kommt. Auch "The Gospel" oder "Shalom" (beide Roelofs) sprechen eine eigene Sprache. Außer Eigenkompositionen findet sich auf der CD das ur-amerikanische Traditional, "Shenandoah", das den perfekten Abschluss und Ausklang bildet. Lyrisch, mystisch, nahezu beseelt könnte man die Gesamtstimmung dieses Albums nennen. Alle Bandmitglieder zeigen auch in ihren Soli, was in ihnen steckt, nie aber geht dabei der Bandsound verloren, es bleibt immer ein Ganzes, was gespielt wird.

"Echte Musik, in Echtzeit gespielt," fasst Carniaux die Essenz des Jazz zusammen. Man könnte es auch als Motto für diese CD verwenden. Einher mit dieser Stimmung geht eine gewisse Eleganz - sie spiegelt sich auch auf dem Coverfoto wider: Carniaux im weißen Hemd, der oberste Knopf geöffnet. Der leicht erotische Touch, der schon seit immer in dieser Musik mitschwingt.

Ein wenig Inszenierung muss schon sein ...

Besetzung:

  • Ryan Carniaux - Trompete
  • Mike Roelofs - Steinway-Konzertflügel
  • Samuel Duhsler - Schlagzeug
  • Oliver Lutz - Bass
  • Wolfgang Lackerschmid - Vibraphon

Zu den Musikern

Mike Roelofs:

Der Pianist und Komponist Mike Roelofs stammt aus Venlo, Niederlande. Roelofs ist an zahlreichen Studioproduktionen als Keyboarder, Arrangeur, Komponist und Pianist beteiligt, arbeitete mit Eric Vloemans, Lee Konitz und Benjamin Herman. Roelofs steuert für das neue Album des Ryan Carniaux Quartetts Kompositionen bei.

Samuel Dühsler:

Der Schweizer Samuel Dühsler studierte ebenfalls am "Berklee College of Music" in Boston. Der Schlagzeuger hat bereits eine enorme Konzerterfahrung vorzuweisen - mit Stars wie George Gruntz, Herbie Hancock, The New York Voices und Tiger Okoshi. Derzeit ist er an der Musik Akademie von Basel, seiner Heimatstadt, für den Meisterstudiengang Improvisation eingeschrieben.

Oliver Lutz:

Oliver Lutz, Jahrgang 1986, geboren in Hanau, studierte E- und Kontrabass in Mannheim, bis er im September 2009 nach Köln wechselte um dort sein Studium weiter zu führen. Er spielte in der European Masterclass Big Band unter Leitung von Peter Herbolzheimer, gewann mit der Band "Besaxung" den Bundeswettbewerb "Jugend Jazzt 2009", auf Landesebene den 1. Preis in der Solowertung und war mit der Förderpreisband des "Generations Jazzfestival, Frauenfeld" auf Schweiztournee. Zudem ist er seit 2010 Stipendiat des Vereins "Yehudi Menuhin - Live Music Now".

Neben Engagements am Nationaltheater Mannheim und bei den Ettlinger Schlossfestspielen brachte ihn seine Arbeit als freischaffender Bassist nach Frankreich, Italien, Rumänien, Schottland, die Niederlande, Luxemburg und in die Schweiz, sowie zu verschiedenen Jazzfestivals wie „Enjoy Jazz", den „Leverkusener Jazztagen", „All That Jazz Festival Texel" und der „European Jazz Expo" in Cagliari, Sardinien.

Wolfgang Lackerschmid:

Der deutsche Vibraphonist, Komponist und Produzent Wolfgang Lackerschmid hat auf über 100 Alben mitgespielt. Geboren am 19. September 1956 in Tegernsee, gehört er seit den siebziger Jahren zu den Mitgestaltern der europäischen Jazzszene. Seit 1980 arbeitet er auch vermehrt in den USA. Neben zahlreichen eigenen Projekten als Komponist und Bandleader ist er ein international gefragter Virtuose. Als Bandleader besticht er mit immer wieder unterschiedlichen, mitreißenden Konzepten und hochkarätigen Besetzungen. Die intensivsten musikalischen Partnerschaften waren mit Chet Baker von 1979 bis 1988, (diverse LP´s, CD´s, Radio und TV Produktionen) für den er auch zahlreiche Kompositionen schrieb, und von 1988 bis 1998 mit Attila Zoller, jeweils im Duo und in diversen Bandformationen. Von Anfang an Mitglied der internationalen Vibes Summit, erstmals 1978 von Joachim Ernst Berendt ins Leben gerufen. Bei Festivals, LP (MPS), Mitschnitten von SWF, WDR und 3 Sat (1998) gab es seitdem gemeinsame Auftritte mit den Vibraphonkollegen: David Friedman, Tom van der Geld, Karl Berger, Dave Pike, seit 1997 mit: Milt Jackson, Bobby Hutcherson, Dave Samuels, Mike Mainieri.

Lackerschmid schreibt Kompositionen für Orchester, Chor, für Fernseh- und Rundfunkproduktionen. Im Jahr 1990 gewann er den "Staatspreis für Musik" des Bayerischen Ministeriums für Kultur und Wissenschaften.

Zu Gast bei“ Planet Jazz in Concert“ am Freitag, den 23. September 2011

Einlass: 19:00 Uhr - Beginn: 20:Uhr

Eintritt: 15,00 Euro (Abendkasse) - 12,50 Euro (Vorverkauf) zzgl. 10%-VVK-Gebühr - Schüler und Studenten: 9,00 Euro

Ort: Foyer der Evangelischen Gemeinde, Wilhelm-Wester-Weg 1, 52349 Düren

Vorverkauf: Dürener Lokalanzeiger, Kaiserplatz 12-14; Evangelische Gemeinde, Philippstraße 4 oder per Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. ; Theaterkasse im Haus der Stadt, Stefan-Schwer-Straße 4, 52349 Düren Mo-Fr von 9:30 Uhr bis 13:00 Uhr und Do auch von 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr; Theaterkasse an der Info-Theke des Dürener KULTURbetriebs im Bürgerbüro, Markt 2, 52349 Düren - Mo, Di, Mi und Fr von 8:00 Uhr bis 13:00 Uhr, Do von 8:00 bis 18:00 Uhr und Sa von 9:00 bis 13:00 Uhr.

Mehr über Ryan Carniaux gibt es auf seiner Seite im Netz. Besuchen Sie auch Wolfgang Lackerschmid im Netz.

Hier zwei Videos für den ersten Eindruck:

Gast » 11am - Feb 28, 2011
Ryan Carniaux -Trumpet Samuel Dühsler Drums Mike Roelofs - Piano/Fender Rhodes Sebastian Grams - Bass
Bewertung: 0.0 (0 Stimmen)

Gast » 1pm - Sep 20, 2011
Wolfgang Lackerschmid - vibes, composition, Bob Degen - piano, Martin Gjakonovski - bass, Steve Davis - drums, http://www.lackerschmid.com Live in Munich, sept. 30/2008
Bewertung: 0.0 (0 Stimmen)

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