
... auf den Spuren von George Benson, Ronnie Cuber und Jimmy Smith. Into the blue.....eine bemerkenswerte CD zum 25-jährigen Jubiläum des yvp-Labels, die Spaß und musikalischen Gehalt auf das Schönste verbindet.
Sieben der acht Titel von Sasses Neuer "Into the blue" sind Blues oder bluesverwandte Kompositionen und die ausgefallene Besetzung der Frontline mit Gitarre, Baritonsaxofon und Orgel machen diese Veröffentlichung zu etwas Besonderem. Hier widmen Sie sich der gemeinsamen großen Liebe: dem klassischen Souljazz-Sound der 60er Jahre in der großen Tradition der Bands eines George Benson oder Jimmy Smith. Geradeaus und schnörkellos die Kompositionen, virtuos die Soli, mit unbändiger Energie und Spielfreude und dabei weitab von oberflächlichen Klischees.
Zur vordersten Reihe der blühenden Kölner Jazz-Szene zählen seit Jahren Pianist Martin Sasse und Baritonsaxofonist Marcus Bartelt. Zusammen spielen sie im Quintett „Into the Blue", für die Sasse das Klavier mit der Hammond Orgel tauscht.
Ein wenig zur Geschichte
Jimmy Smith gilt heute als der bedeutendste Erneuerer des Orgelspiels im Modern Jazz. Seine revolutionierende Spielweise der B-3-Hammondorgel war legendär. Der Hammond-Sound war geboren und sein Trio-Konzept (Orgel, E-Gitarre und Schlagzeug) kam in den 50er und 60er Jahren in Mode. 1964er Jahren machten Gitarrist George Benson, Baritonsaxofonist Ronnie Cuber und Orgelspieler Lonnie Smith mit einer neuen Variante zwei Jahre lang auf sich aufmerksam. Erst Ende der 1980er versuchten Ronnie Cuber und Randy Brecker eine Neuauflage der ungewöhnlichen Baritonsax /Gitarre-Kombination.
Nun spielten Marcus Bartelt und Martin Sasse im Oktober 2009 im Kölner Topaz-Studio das vorliegende Album „Into the Blue" ein und ließen die alte Kombination wieder aufleben.
Die Neue: "Into the blue"
Besonders ins Ohr und in die Beine geht Bartelts „Lou's walk" (für Lou Donaldson). Bei den ersten Takten erinnert das Stück an einige Brother Jack McDuff Aufnahmen. Doch, dann ist die gleichmäßig kochende Orgel nicht mehr zu hören. Vielmehr kommt die sehr differenzierte Orgelskala, die das Spiel Martin Sasse auszeichnet, zur Geltung. Anlehnungen an den Vater der Jazzorgel Jimmy Smith schimmern dabei immer wieder durch.
Seine Art, die verschiedene Arten von Verlängerung oder Verkürzung von Tönen zu spielen, sind genauso integriert wie die unvergleichlichen Begleitakkorde der amerikanischen Jazzorgelvirtuosin Shirley Scott oder auch die feinen hohen Registertöne, eines Richard Groove Holmes
Der Vergleich mit Dave Burell, ist beim Einstieg Johannes Behr beim Titelstück durchaus erlaubt. Er hat all die stilistischen und technischen Fähigkeiten, die man für so ein Musikstück braucht.
„Chelsea Bridge" von Billy Strayhorn, ist mit seinen ausgefallenen Instrumentalarrangements, den raffinierten Akkordwechseln, sicherlich eines der anspruchsvollsten Stücke des Jazz. Hier beweist Marcus Bartelt erneut, dass er nicht nur in den Fußstapfen eines Leo Parkers oder Ronnie Cubers mit seinem Bariton wandert, sondern mit „seiner" Ballade „Chelsea Bridge" die coole und besinnliche Seite seines Saxofons zeigen kann. Gerry Mulligan hätte es nicht besser machen können. Auch Ingo Senst glänzt mit einem intensiven Solo und wird zum tonalen Konterpart Bartelts .
Ein fast rockiger kräftiger Rhythmus von Senst und Düppe, ein grooviger Bariton, eine hart zupackende Bluesgitarre gibt es bei Bartelt´s BlueskKomposition „Tough Guys Don't Dance".
Aber es gibt durchaus auch träumerische Stücke wie „Dreamin' Of Steppin' Out" oder auch Sasse´s langsames „Blues for P.B." und „Grabjas".
Mit diesem Album ist dem Bartelt – Sasse Quintett eine hervorragende Aufnahme gelungen. Es fokussiert aktuellen Jazz, den Blues und Soul und verbindet ihn mit traditionellen Elementen.
Danke auch an Schäfer, Neuland aus Leichlingen für seine hervorragende Kritik auf die dieser Artikel basiert.
Besetzung
Trackliste
Neugierig: Mehr über Martin Sasse und seinen Projekten gibt es auf seiner Seite im Netz.
Hier ein Video für den ersten Eindruck:
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„Wenn Du nicht seine geistige spirituelle Seite verstehst, hast Du nicht den ganzen Jazz“ (Jimmy Heath, Tenorsaxophonist, Philadelphia)
„Jazz ist der Kosmos, ist alles. Du bist der Jazz, es ist alles in Dir“ (Sun Ra, Free-Jazz-Musiker)
„Ich bin erstaunt, dass es Jazz nicht schon immer gegeben hat. Nichts ist intensiv genug es sei denn vielleicht, es ist Jazz.“ (Jean Cocteau, Dichter)
„Jazz is shit!” (Johnny Griffin)
„Jazz ist, was zwischen Dir und mir geschieht, ist Liebe“ (Teddy Wilson)
„Wenn Du es nicht gelebt hast, kommt es nicht heraus aus Deinem Horn“ (Charlie Parker, Tenorsaxophonist)
„Jazz ist schwarze Musik.“ (Archie Shepp)
„Jazz ist ein Wort des weißen Mannes.“ (Miles Davis)
„Jazz ist, warum dieses Jahrhundert anders klingt als andere.“ (Dizzy Gillespie, Trompeter)
„Jazz ist der Klang des Universums." (Sun Ra)
„Jazz ist Freiheit!“ (Archie Shepp)
„Jazz ist die Freiheit, viele Formen zu haben.“ (Duke Ellington, Pianist)
„Jazz ist wahrscheinlich die einzige heute existierende Kunstform, in der es die Freiheit des Individuums ohne den Verlust des Zusammengehörigkeitsgefühls gibt.“ (Dave Brubeck, Pianist)
„Jazz ist ... eine Feier alles Lebenden und Atmenden .... eine Kampfansage an den Tod .... eine Weigerung unterzugehen, ein eigensinniges Anklammern, ein Lobgesang an den Blutkreislauf, ein Hosianna auf die Schweißdrüsen, ein Hymnus auf den Magen, der schmerzt, wenn er leer ist.“ (Mezz Mezzrow)